SUCHEN SITEMAP KONTAKT IMPRESSUM HOME
Der Verband
Das Projekt
Schnellkurs Radkurier
Die Kundenseite
Adressen
Links
Kurierspiel
Projektbeschreibung
Projektinfos
Presse
Pressespiegel
Pressespiegel 2003
Pressespiegel 2004
Pressespiegel 2005
Pressemitteilungen
Fotos
Dokumente

Pressespiegel 2004

Agenda 21 NRW - Newsletter Nr. 7 - Februar 2004
________________________________________________________________

Neue Homepage verbindet Fahrradkuriere

Die Fahrradkuriere in NRW sind ab sofort unter www.netzwerk-fahrradkuriere.de im Internet zu finden. Die Homepage soll nach und nach zu einer zentralen Informations- und Kommunikationsplattform für und über alle Fahrradkurierdienste ausgebaut werden. Schon jetzt findet sich dort eine aktuelle Liste aller Fahrradkuriere in Nordrhein-Westfalen, sodass jeder problemlos den Radkurier in der gewünschten Stadt finden und kontaktieren kann. In einem Gästebuch können Nachrichten hinterlassen werden, sodass sich Kunden, Interessenten oder andere Verkehrsträger mit Radkurieren in Verbindung setzen können. Abgerundet wird das Angebot durch einen internen Teil, der nur den Fahrradkurierdiensten vorbehalten ist und über den z.B. überregionale Transporte abgewickelt werden.

Weitere Info: Gerlinde Althoff Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V., Tel. 0521 / 136 00 34, gerlinde.althoff@t-online.de

 

Radwelt, Heft 01/2004, S. 8f
__________________________________________________________________

Fahrradkuriere - Helden im Großstadtverkehr

von Helmut Dachale (in Auszügen)

Fahrradkuriere stehen mit der Gefahr auf „Du und Du", sind wild und gewalttätig. (...)

Mit der deutschen Realität hätten derartige Aussagen nichts zu tun, sagt Gerlinde Althoff, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Fahrradkuriere (bdf). Ihrem Verband sollen etwa ein Viertel der gut 100 einschlägigen Transportunternehmen dieser Republik angeschlossen sein. „Wir führen zwar keine Statistiken, aber wir wissen, dass es in der Tat ausgesprochen wenige Unfälle gibt, in die Fahrradkuriere verwickelt sind," Die Kuriere würden sich nun mal hervorragend auskennen in ihrem Revier. Sie bevorzugten nicht nur Abkürzungen, sondern wenn möglich auch verkehrsarme Verbindungen. „Die meisten von uns", sagt Sven Iversen, „haben eine Übersicht im Straßenverkehr, die sich eindeutig Unfall verhindernd auswirkt. Sie achten ständig auf aufgehende Autotüren, sie wissen, wo Radwege unbrauchbar und gefährlich sind". Kreuzungen würde man nur dann überfahren, wenn sie frei wären -wenn auch nicht immer bei Grün.

Auf jeden Fall beherrsche jeder halbwegs erfahrene Radkurier sein Arbeitsgerät in außergewöhnlicher Weise. Davon sind Sven Iversen und Gerlinde Althoff überzeugt. Und auch ein weiterer Experte des städtischen Verkehrsgeschehens stimmt zu. In Bremen, wo die Radkuriere angeblich Angst und Schrecken verbreiten würden, stehen sie unter ständiger Beobachtung von Fahrradstreifenpolizist Torsten Diekmann: „Das sind zumeist excellente Fahrradfahrer", sagt er, die zwar manchmal „über die Stränge schlagen", aber für die Polizist Diekmann „immer eine Lanze brechen" würde. (...)

(...) Nicht nur deshalb sind Kurierfahrten keine Spazierfahrten. Wer damit hauptberuflich sein Geld verdienen will, hat noch eine Menge mehr zu ertragen. Hitze und hohe Ozonwerte im Sommer, Schneeverwehungen im Winter oder auch gern mal Dauerregen – diese Arbeitsbedingungen präsentieren die „Asphalteros" schon fast abschreckend auf ihrer Website. Da die meisten der bundesweit ungefähr 1.000 regelmäßig fahrenden Kuriere selbstständig oder als Subunternehmer arbeiten, müssen sie auch Fahrrad und Ausrüstung selbst bezahlen. Nur für erledigte Aufträge gibt es Geld-und zum Job gehört der Zeitdruck.

Ebenso wie die nervtötende Warterei auf den nächsten Einsatz. Und diese Pausen können aufgrund der durchhängenden Konjunktur derzeit länger sein als noch vor zwei, drei Jahren, sagt Gerlinde Althoff. Auch die Bezahlung ist wirklich nicht berauschend. „Es gibt leider auch hier keine Statistik", berichtet die bdf-Geschäftsführerin, „aber viel gehen mit nicht mehr als 1.000 Euro am Monatsende nach Hause." Brutto. Und das auch häufig nur, wenn von Montag bis Freitag gearbeitet wird – 500 gefahrene Kilometer sind keine Seltenheit. Lediglich in Berlin, sagt Sven Iversen, würde bei einer derartigen Leistung ein bisschen mehr herauskommen. (...)

 

fairkehr, Nr. 1/2004, S. 12
___________________________________________________________________

Fahrradkuriere vernetzen

Ein Agenda-Projekt in Nordrhein-Westfalen will Fahrradkuriere durch eine bessere Vernetzung ihrer Arbeit stärken

Längst gehören sie in den Großstädten zum alltäglichen Bild: Fahrradkuriere erledigen Expresszustellungen, übernehmen Botenfahrten und Schließfachentleerungen, organisieren Sammel- und Ticketauslieferungen. Unschlagbar schnell und flexibel auf kurzen Strecken, realisieren sie eine innovative Dienstleistung mit allen ökologischen Vorteilen: Fahrradkuriere fahren klimaschonend, energiesparend und machen keinen Lärm. Im Waren- bzw. Gütertransport wird das Fahrrad aber noch zu wenig wahrgenommen und arbeitet im Schatten eines boomenden Marktes von Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen.

Ein Agenda-Projekt des Rhein-Ruhr-Institutes für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Uni Duisburg und dem Bundesverband der Fahrradkuriere (bdf) hat sich zum Ziel gesetzt, die schnellen Raddienste bekannter zu machen, Schnittstellen mit anderen Branchen zu schaffen und Netzwerke zu stärken, um den Kurieren insgesamt neue Märkte zu erschließen.

Das Projekt läuft jetzt ein halbes Jahr und bdf-Geschäftsführerin Gerlinde Althoff ist zufrieden. „Wir haben einen Dienst im Internet eingerichtet, der eine Koordination der Kuriere untereinander möglich macht. Hier können sich die Unternehmen finden und eine Zusammenarbeit, vielleicht auch über die Stadtgrenze hinaus, vereinbaren, sagt sie, Als weiteres Pilotprojekt läuft eine Kooperation mit den IC-Kurieren an. „Eine Zusammenarbeit mit der umweltverträglichen Bahn haben wir uns immer gewünscht", freut sich die Sprecherin und hofft, dass die Ergebnisse des Projektes in NRW, das noch bis Juli 2004 läuft, später einmal auf Bundesebene ausgeweitet werden können.

Kontaktadresse: Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V., Am Bahnhof 2, 33602 Bielefeld, Tel.: (0521) 1 36 00 34, www.bdfev.de

 

Verkehrsrundschau, 17.03.2004
Link: http://www.verkehrsrundschau.de/
___________________________________________________________________

Bundesweites Treffen der Fahrradkuriere

Bielefeld. Zu einem bundesweiten Treffen der Fahrradkuriere treffen sich am Sonntag, 21. März, Vertreter der Branche in Kassel. Im Mittelpunkt stehen Netzwerkaktivitäten innerhalb der Fahrradkurierbranche und die mögliche Zusammenarbeit mit anderen Verkehrsträgern.

So stellen die Initiatoren des Schweizer Kuriernetzwerkes „swissconnect" ihr seit bereits einigen Jahren laufendes System vor. Thomas Groenevold (Lufthansa Cargo – time:matters) berichtet über Möglichkeiten der Zusammenarbeit innerhalb der Dienstleistung ic:Kurier. Waldemar Mathejczyk vom Rhein-Ruhr-Institut an der Universität Duisburg-Essen geht auf die Chancen bundesweiter Vernetzung von Fahrradkurierdiensten ein. Die Tagung findet in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Netzwerk Fahrradkurierdienste NRW" statt, das gemeinsam vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. und dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e.V. im Rahmen der landesweiten Umsetzung zur Agenda 21 in NRW durchgeführt wird. (vr/cd).

 

HNA, 22.03.2004
___________________________________________________________________

Radler wollen Bahn ins Boot

Bundestreffen der Fahrradkuriere in Kasseler Jugendherberge

Kassel. Die Schweiz macht es vor: Fahrradkurierdienste arbeiten im ganzen Land Hand in Hand – besonders aber mit der Bahn. Unter dem Firmentitel Swissconnect sind die Kurierdienste bei den Eidgenossen vernetzt. Eine ähnliche Kooperation auch in Deutschland hinzukriegen, das war Thema eines bundesweiten Treffens von Fahrradkurieren am Wochenende in der Kasseler Jugendherberge. Wir wollen, dass über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut wird, sagte Sascha Forderung, Vorsitzender des Bundesverbandes der Fahrradkuriere, der in Kassel selbst einen Kurierdienst betreibt. In Deutschland sei eine vernünftige Zusammenarbeit mit der Bahn bisher nicht zu Stande gekommen. Die Länder im Vergleich: Laut Sascha Forderung kostet in der Schweiz eine Sendung per Fahrradkurier zum Bahnhof, Transport mit der Bahn, Weiterfahrt mit Fahrradkurier zum Empfänger, 55 Euro. Die Deutsche Bahn verlange allein für den Transport einer Sendung bis zehn Kilogramm 85 Euro. So sei die Beförderung gemeinsam mit Kurieren nicht unter 120 Euro anzubieten. Da ist das Auto billiger, so Forderung. Der Bundesvorsitzende hat Hoffnung. Als positives Signal seitens der Bahn werte er, dass Thomas Groeneveld von der Lufthansa-Cargo-Tochter Time Matters an der Veranstaltung in Kassel teilgenommen hat. Time Matters organisiere den Transport von Frachtgut im ICE für die Bahn AG. In Köln gebe es bereits ein Pilotprojekt, bei dem nicht mehr Taxifahrer den Transport zum Bahnhof übernehmen, sondern Fahrradkuriere. Man hat den Zeitvorteil. Und als angenehmen Nebeneffekt den Umweltschutz, betonte der 30-jährige. Insgesamt gibt es in Deutschland 120 Fahrradkurierdienste. Etwa 20 Vertreter von 14 Firmen nahmen laut Forderung an dem Treffen in Kassel teil. Im vergangenen Jahr waren es noch fünf. Insgesamt hat es die Branche der schnellen Radflitzer schwer. Das so genannte E-Business, insbesondere das Verschicken von E-Mails, habe die Zahl der Aufträge in den vergangenen Jahren bis zu 50 Prozent einbrechen lassen, berichtet der Bundesvorsitzende aus Kassel. In diesem Jahr verzeichne man wieder einen leichten Aufschwung. Dennoch wollen die Kurierdienste die Hände nicht in den Schoß legen. Sie wollen Dienstleistung anbieten, bei der der Transport mit dem Fahrrad nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Firmen biete man an, so Sascha Forderung, die Poststelle im Haus an den Kurierdienst auszulagern. Wir sind dabei, die klassischen Strukturen zu verlassen. Der Vorsitzende kündigte gestern an, dass auch das Bundestreffen 2005 wieder in Kassel stattfinden werde. Sven Kühling.

 

Verkehrsrundschau, 02.04.2004, Ausgabe 14/2004
___________________________________________________________________

Auf zwei Rädern mobil

Allianz. Wie Fahrradkuriere noch besser mit KEP-Dienstleistern und anderen Verkehrsträgern zusammenarbeiten wollen. Von Eva Hassa

Professionelles Fahrrad, robuster 50-Liter-Rucksack und stramme Waden. Fahrradkuriere sind sofort zu erkennen. Sie gehören inzwischen fest ins Bild vieler Innenstädte. Schnelligkeit ist ihr Kapital. Egal, wie dicht der Stau in manchen Städten ist: Fahrradkuriere stellen jede Ware schnell, pünktlich, zuverlässig und umweltfreundlich zu – ob Blumenstrauß, Flugzeugticket oder Dokument.

Am Sonntag vor einer Woche trafen sich Fahrradkuriere aus ganz Deutschland (Köln, Bonn, Dortmund, Bielefeld, Kassel, München, Dresden, Berlin) zu einer Veranstaltung in Kassel, zu der der Bundesverband für Fahrradkuriere (BDF) und das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung RISP eingeladen hatten. Ziel war es, Möglichkeiten zu diskutieren, wie sich Fahrradkuriere untereinander noch besser vernetzen, aber auch wie sie mit KEP-Dienstleistern und anderen Verkehrsträgern in Zukunft noch besser zusammenarbeiten können.

Ergebnis der Veranstaltung: Die Fahrradkuriere wollen im KEP-Markt noch stärker Fuß fassen und dort ihre ökologischen Vorteile ins Spiel bringen. Außerdem wollen sie sich dabei als flexibler Kooperationspartner für andere Verkehrsträger anbieten, insbesondere in der innerstädtischen Feinverteilung. So wird derzeit in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Radkurieren auf regionaler Ebene geplant. Bundesweit sind Kooperationen mit der Deutschen Bahn und unter anderem mit Time Matters geplant. Die Expresstochter von Lufthansa Cargo hatte schon vor knapp zwei Jahren das IC-Kurier-Geschäft der Deutschen Bahn übernommen und sucht hier in den Innenstädten weiter Kooperationspartner für die Abholung und Zustellung der Sendungen.

Die Tagung stand in enger Verbindung mit dem Projekt „Netzwerk Fahrradkurierdienste NRW", das vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste gemeinsam mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung durchgeführt wird. Das Projekt steht im Rahmen der landesweiten Umsetzung zur Agenda 21 in Nordrhein-Westfalen, mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung sinnvoll zu verknüpfen. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW. Mehr Informationen unter der Internetadresse www.netzwerk-fahrradkuriere.de.


Time:matters 21.04.2004

Link: http://www.time-matters.de/
___________________________________________________________________

Pilotprojekt von time:matters kombiniert Rad und Schiene

Neues Pilotprojekt von time:matters kombiniert Rad und Schiene für effiziente und umweltfreundliche Eiltransporte Fahrrad-Kurierservice fährt in 4 1/2 Stunden von Köln nach München - mit time:matters

Neu-Isenburg, 21. April 2004 - 20 Fahrradkuriere aus Köln können ihren Kunden jetzt einen Zustellservice binnen weniger Stunden fast in ganz Deutschland anbieten. Der "Trick": Die Kuriere radeln nicht etwa quer durch die Republik, sondern übergeben die Eilsendungen am Kölner Hauptbahnhof an den ic:kurier-Service von time:matters, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa Cargo AG. Der Zug bringt das eilige Frachtgut an jede der rund 140 ic:kurier Stationen in Deutschland. So ist ein Vertrag, eine Filmkopie, eine vergessene Lesebrille, ein Notebook, ein Ersatzteil oder jede andere eilige Sendung in kurzer Zeit beim Empfänger - z.B. von Köln nach München in nur 4 1/2 Stunden.

Bei den 20 Kurier-Radlern handelt es sich um die Pedaltreter des Kölner Fahrradkurierservice Bike Syndikat (www.bikesyndikat.de), die das Projekt federführend für die Kölner Radkuriere übernommen haben. Die Lufthansa Cargo-Tochter time:matters wird in einem mehrmonatigen Pilotversuch in Köln die innovative Logistik-Kombination aus Fahrrad und Bahn testen, bevor der Service auch in anderen Städten eingeführt wird. Der Pilotversuch wurde mit Unterstützung des Netzwerks Fahrradkurierdienste NRW initiiert, das vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. gemeinsam mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e.V. durchgeführt wird. Es wird durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) als Beitrag zur landesweiten Umsetzung der Agenda 21 NRW gefördert.

Der Fahrrad-Bahn-Eildienst ist in erster Linie für Unternehmen konzipiert, die in der Innenstadt nicht weiter als etwa 5 km vom Bahnhof entfernt ihren Sitz haben. Vor allem in den Stoßzeiten sind Zweirad-Kuriere meist schneller als das Auto, das die Eilsendungen bei größeren Entfernungen abholt bzw. zustellt. time:matters bietet den ic:kurier heute schon bundesweit als Tür-zu-Tür-Service an, um dringende Sendungen noch am selben Tag in ganz Deutschland zu transportieren. Auf Langstrecken bietet time:matters auch die Beförderung per Flugzeug an, und dies europaweit.

Mit der Kombination aus Fahrrad und Bahn setzt time:matters auf zwei besonders umweltfreundliche Transportmittel. Der bdf stellt die jährliche Ökobilanz für die deutschen Radkuriere wie folgt auf: 3,5 Mio. Sendungen werden über 17 Mio. Kilometer befördert, was 1,5 Mio. Liter Kraftstoff gegenüber dem Pkw-Transport einspart. Ein einzelner Radkurierdienst legt am Tag durchschnittlich 622 km zurück und erspart der Umwelt somit rund 185 kg CO2. Für den ic:kurier ergeben sich vergleichbare Umweltvorteile gegenüber dem Auto. Ab einer Entfernung von ca. 150 Kilometer ist die Rad-Bahn-Kombination zudem nicht nur umweltbewusster, sondern im Allgemeinen auch preiswerter als der Kfz-Transport, und bietet daher neben ökologischen auch ökonomische Vorteile.

Die time:matters GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Lufthansa Cargo AG, bietet deutsche und internationale "Special Speed Services" für die Beförderung hocheiliger und besonders wichtiger Dokumente und Materialien per Flugzeug und Bahn an. Hierzu kann auf das gesamte Linienflugnetz der Deutschen Lufthansa sowie auf zahlreiche Flugverbindungen weiterer Vertragspartner zugegriffen werden: täglich mehr als 900 kontinentale und über 60 interkontinentale Verbindungen, rund 340 Ziele in 89 Ländern. In Deutschland steht der time:matters-Bahnservice ic:kurier an derzeit 137 ICE- und EC/IC-Bahnhöfen zur Verfügung.

Experten erwarten eine stark steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Kurierdiensten, weil sich die Geschwindigkeit für die Unternehmen unmittelbar in wirtschaftlichen Vorteilen niederschlägt. http://www.time-matters.de

Der Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. besteht seit 1996 und sieht seine Ziele schwerpunktmäßig darin, Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsunternehmen herzustellen, Fahrradkuriere in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und deren Interessen in der Politik zu vertreten. Förderung des Radverkehrs und ökologische Mobilität sind für den Verband politische Notwendigkeiten. http://www.bdfev.de

Das RISP ist ein Institut an der Universität Duisburg-Essen (Standort Duisburg) mit 25 Jahren Forschungs- und Projekterfahrung. Darunter hat das RISP zahlreiche Logistik-Projekte durchgeführt. Das RISP macht in diesem Bereich wissenschaftliche Forschung mit starkem Praxisbezug. http://risp.uni-duisburg.de

 

BVL Bundesvereinigung Logistik, 21.04.2004

Link: http://www.mylogistics.net/
___________________________________________________________________

time:matters: Mit dem Fahrradkurier in viereinhalb Stunden von Köln nach München

Die Lufthansa-Cargo-Kuriertochter time:matters hat gemeinsam mit Kölner Fahrradkurieren ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Vorteile von Fahrrad und Bahn als Transportmittel kombiniert werden: Die Radkuriere übergeben ihre Eilsendungen am Kölner Hauptbahnhof an den ic:kurier-Service von time:matters. Per Zug wird das eilige Frachtgut dann an eine der rund 140 ic:kurier-Stationen in Deutschland transportiert.

Der Fahrrad-Bahn-Eildienst ist in erster Linie für Unternehmen gedacht, die in der Innenstadt nicht weiter als etwa 5 km vom Bahnhof entfernt ihren Sitz haben. Vor allem in den Stoßzeiten sind Zweiradkuriere meist schneller als das Auto, das die Eilsendungen bei größeren Entfernungen abholt bzw. zustellt.

20 Mitarbeiter des Kölner Fahrradkurier-Service Bike Syndikat haben das Projekt federführend für die Kölner Radkuriere übernommen. time:matters will in einem mehrmonatigen Pilotversuch in Köln die innovative Logistik-Kombination aus Fahrrad und Bahn testen, bevor der Service auch in anderen Städten eingeführt werden soll.

 

www.koeln.de, 22.04.2004
___________________________________________________________________

Kölner Fahrradkuriere: Blitzlieferungen nach München

Eine eilige Sendung per Fahrrad-Kurierservice in nur viereinhalb Stunden von Köln nach München schicken? Was zunächst unglaublich klingt, machen die schnellen Fahrradkuriere der Kölner Firma Bike Syndikat jetzt möglich. Natürlich fahren die Kuriere nicht mit dem Fahrrad quer durch Deutschland, sondern bedienen sich eines „Tricks".

Der angebotene Service funktioniert durch eine Kooperation mit time:matters, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa Cargo AG. Diese bietet schon seit längerer Zeit einen Kurier-Service an, der eilige Sendungen per Zug von einer Stadt in die andere liefert. Insgesamt sind es in Deutschland 140 Bahnhöfe, die als Start- oder Zielstationen möglich sind. Der besondere Service, der jetzt in Köln angeboten wird, besteht darin, dass Fahrradkuriere die Eilsendungen beim Absender an der Haustür abholen, diese am Bahnhof an Mitarbeiter von time:matters übergeben, die den Transport in die Zielstadt überwachen. Dort ansässige Fahrradkuriere holen die Sendung dann wiederum an Bahnhof ab und bringen sie persönlich zum gewünschten Empfänger.

Diese innovative Logistik-Kombination aus Fahrrad und Bahn soll jetzt in einem mehrmonatigen Pilotversuch, der mit der Unterstützung des Netzwerks Fahrradkurierdienste NRW durchgeführt wird, mit den Fahrradkurieren aus Köln getestet werden, bevor der Service auch in anderen Städten eingeführt wird.

Schon jetzt kann man sagen, dass mehrere Vorteile für das Einführen des Services sprechen. Neben der Schnelligkeit, da die Fahrradfahrer sich meist besser als Autos durch den Innenstadtverkehr bewegen können, spricht auch der im Vergleich zu einem Autotransport günstigere Preis für die Zug-Fahrrad-Kombination. Besonders ausschlaggebend ist auch der ökologische Vorteil, da time:matters auf zwei besonders umweltfreundliche Transportmittel setzt. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) fördert deshalb auch das Projekt zu landesweiten Umsetzung der Agenda 21 NRW.

 

trans aktuell online, 22.04.2004

Link: http://www.transaktuell.de/
___________________________________________________________________

TIME MATTERS: Pilotversuch für neue Kurierpartnerschaft Bahn-Fahrrad

Neuer Eiltransport innerhalb Deutschlands: Fahrradkuriere sollen innerorts dem Auto in puncto Umweltverträglichkeit und Schnelligkeit ein Schnippchen schlagen.

Der Kurierdienstleister Time:matters hat jetzt in Köln einen Pilotversuch für einen Zustellservice gestartet, der Fahrradkuriere und Bahn kombiniert. Der Fahrrad-Bahn-Eildienst gilt für Transport in das gesamte Bundesgebiet. Nach Angaben der Lufthans-Cargo-Tochter übernehmen dabei 20 Fahrradkuriere des Kölner Fahrradkurierservices Bike Syndikat die Sendungen von Unternehmen, die in der Innenstadt ihren Sitz haben, und übergeben sie am Kölner Hauptbahnhof dem IC-Kurier-Service von Time:matters. Der befördert die Sendungen anschließend mit ICE und EC-/IC-Zügen an den jeweiligen Zielort. Auf diese Weise sollen Lieferungen beispielsweise von Köln nach München in nur viereinhalb Stunden ankommen. Den Vorteil des neuen Service sieht Time:matters in der Schnelligkeit der Fahrradkuriere gegenüber Autos gerade in Stoßzeiten. Zudem sei die Kombination Fahrradkurier/Bahn besonders umweltfreundlich und ab einer Entfernung von rund 150 Kilometer auch preiswerter als der Kfz-Transporter. Unterstützt wird der Pilotversuch vom Netzwerk Fahrradkuriere NRW und dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium.

 

bundesverband der fahrradkurierdienste, 27.04.2004
___________________________________________________________________

Fahrradkuriere erproben neue Kooperationen. Nach dem IC-Kurier-Betreiber zeigt sich auch General Overnight interessiert

Nachdem schließlich alle Verträge unterzeichnet waren, konnte das vielversprechende Kooperationsprojekt starten: Als Pilotversuch läuft derzeit die Zusammenarbeit von Kölner Radkurieren mit dem IC-Kurier-Betreiber time:matters, einer Tochter der Lufthansa Cargo. Wenn sich die Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet, soll dieser umweltfreundliche Service bald bundesweit verfügbar sein.

Für den 8. Mai ist die nächste Zusammenkunft der Radkuriere NRW geplant, und wieder darf man auf die Ergebnisse gespannt sein. Zur Tagung wird der Geschäftsführer des größten deutschen Overnight-Kurierdienstes General Overnight – GO! Norbert Suttarp mit den Radkurierdiensten über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen. Weitere Themen sind: „Lokale Kooperationen" und „Seminare für Radkuriere".

Die Tagung findet im Rahmen des Projektes „Netzwerk Fahrradkuriere NRW" statt. Mehr zu dem Projekt findet sich unter www.netzwerk-fahrradkuriere.de und www.agenda21.nrw.de. Durchgeführt wird es vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. gemeinsam mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e.V.

Das Projekt steht im Rahmen der landesweiten Umsetzung zur Agenda 21 in NRW. Die Zielsetzung lautet, nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung sinnvoll zu verknüpfen. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (M

Weitere Informationen:

bdf: Gerlinde Althoff M.A., Tel. 0521/136 00 34

E-Mail: gerlinde.althoff@t-online.de

RISP: Dipl.-Soz.Wiss. Waldemar Mathejczyk, Tel. 0203/280 99 19

E-Mail: mathejczyk@uni-duisburg.de



trans aktuell, 07.05.2004
___________________________________________________________________

TIME MATTERS: Per Fahrrad zur Bahn

Der Kurierdienstleister Time Matters hat jetzt in Köln einen Pilotversuch für einen Zustellservice gestartet, der Fahrradkuriere und die Bahn kombiniert. Der Fahrrad-Bahn-Eildienst gilt für Transporte in das gesamte Bundesgebiet. Nach Angaben der Lufthansa-Cargo-Tochter übernehmen dabei 20 Fahrradkuriere des Kölner Fahrradkurierservices Bike Syndikat die Sendungen von Unternehmen, die in der Innenstadt ihren Sitz haben, und übergeben sie am Kölner Hauptbahnhof dem IC: Kurier-Service von Time Matters. Der befördert die Sendungen anschließend mit ICE und EC-/IC-Zügen an den jeweiligen Zielort.



Eurocargo 6/2004
___________________________________________________________________

Zweirad-Zustelldienst beschleunigt mit Bahn

Eilsendungen von Köln nach München in nur 4 ½ Stunden. Diesen Service bieten ab sofort zwanzig Fahrradkuriere des Kölner Fahrradkurierservice Bike Syndikat. Der Pilotversuch wurde mit Unterstützung des Netzwerks Fahrradkurierdienste NRW initiiert. Durchgeführt wird er vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. und dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung. Die Kuriere übergeben die Eilsendungen am Kölner Hauptbahnhof an den ic:kurier-Service von time:matters, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa Cargo AG. Der Zug bringt das eilige Frachtgut an jede der rund 140 ic:kurier Stationen in Deutschland. Time:matters wird in einem mehrmonatigen Pilotversuch in Köln diese Logistik-Kombination testen, bevor andere Städte dem Beispiel folgen. Gefördert wird das Projekt übrigens auch vom NRW-Ministerium für Umwelt und Naturschutz.

 

Neue Westfälische, 06.09.2004
___________________________________________________________________

Kooperation zwischen Radkurier und Bahn

Bielefeld/Gütersloh. Eine nach eigenen Angaben bundesweit einmalige Kooperation haben die Fahrradkuriere flott weg (Bielefeld) und subito (Gütersloh) mit der Nordwestbahn geschlossen. Mit einem Transportservice zwischen den beiden Städten wollen sie künftig Waren zweimal täglich von City zu City bringen. .

 

 

Campus-Report 03/2004

______________________________________________________________

 

Marketing für Asphaltcowboys

 

Sie sind professionelle Dienstleister, haben die sauberste Umwelt-, nicht aber die beste Unternehmensbilanz. Mit Hilfe des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) wollen die Fahrradkurierdienste ihre Marktposition ausbauen. Vernetzung untereinander und Kooperationen auch mit der motorisierten Konkurrenz sind die Strategien.

Von Ulrike Bohnsack (Text) und Andre Zelck (Fotos)

 

Abmahnungen, Akten, Blutproben, Hardware, Rosen, Windeln, Zahnprothesen… Es gibt kaum etwas, was Radkuriere nicht transportieren. Mal wenige Gramm leicht, mal hundert Kilo schwer ist ihr Gepäck auf der Fahrt von A nach B. Sportlicher Ehrgeiz oder Umweltbewusstsein, heißt es, treibe die Asphaltcowboys an, weniger das finanzielle Interesse, denn der Verdienst ist mäßig. Ihre natürlichen Gegner: die Zeit und das Wetter. Der übermächtige Feind: das Auto. Verkehrsregeln: behindern gelegentlich die Arbeit.

 

Ewa 3,5 Millionen Sendungen pro Jahr gehen laut dem Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) auf das Konto radelnder Boten, die wiederum 17 Millionen Kilometer im Jahr zurücklegen – treibstoff- und abgasfrei. Eigentlich keine schlechte Bilanz, doch im boomenden Markt der Kurier-, Express-, Paketdienstleistungen (KEP) sind die Radkurierdienste nicht annähernd so gut in Fahrt wie die PS-starke Konkurrenz. Tatsächlich werden nämlich nur 1,5 Prozent aller bundesweit transportierten Güter per Velo überbracht.

 

Drei Gründe nennt Sozialwissenschaftler Waldemar Mathejczyk vom RISP, An-Institut der Uni, für die schwache Marktposition der Radkurierdienste. Da sind zum einen die schlechten Rahmenbedingungen: radfreundliche Städte – Fehlanzeige; dann die Vorbehalte gegenüber den radelnden Boten – sind sie so schnell, pünktlich, zuverlässig wie die motorisierten Kollegen? Und nicht zuletzt haben die Radkurierdienste selbst ein Problem: Sie reizen ihre Potenziale nicht aus: „Vor allem den Kleinunternehmen fehlt das unternehmerische Rüstzeug. Die ersten haben vor 20 Jahren aus ökologischen Motiven begonnen. Einige betreiben ihr Geschäft auch heute noch mit großem Idealismus. Der Geschäftssinn steht dabei manchmal zurück."

 

Mit Hilfe des RISP sollen nun zumindest die rund 25 Radkurierdienste in NRW einen Gang zulegen. „Netzwerk Fahrradkuriere NRW“ heißt das Projekt. Mathejczyk treibt es seit einem Jahr gemeinsam mit den Radkurieren voran und erhält dabei noch bis zum nächsten Sommer Gelder aus einem Fördertopf des NRW Umweltministeriums für die Agenda 21, dem Handlungsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung.

 

Projektziel ist, für die Branche zu werben und neue Kundenkreise zu erschließen. Konkrete Ergebnisse sind bereits vorhanden. So gibt es eine Netzwerk-Homepage mit Terminkalender, Linkliste, Infomaterial und Kontaktforum, über die Kurierdienste ihre Fahrten auch über die Stadtgrenze hinaus koordinieren können. Außerdem hat der bdf mit Unterstützung des RISP den „Radgeber“, eine 50-seitige Broschüre, überarbeitet.

 

Das Projekt-Team im RISP hat außerdem den KEP-Markt analysiert und einen „Branchenreport Radkuriere“ erstellt für potenzielle Geschäftspartner und die Politik. Denn bislang fehlte jegliche Übersicht, wer in welcher Stärke überhaupt am Markt ist und wo bereits Kooperationen oder lokale Netzwerke bestehen.

 

Die Branche ist in Bewegung: Allein auf die Beinkraft ihrer sattel- und wetterfesten Belegschaft verlässt sich schätzungsweise nur noch ein Drittel der Radkurierdienste in NRW. Wer nicht allein aufs Velo setzt, sondern seinen Fuhrpark um motorisierte Alternativen erweitert, ist konkurrenzfähiger – sagen die Realos unter den Radkurieren.

 

„Wir können über mangelnde Aufträge nicht klagen“, sagt Ronny Arnold, Mitinhaber von „Die Kuriere“ in Essen. Vor zehn Jahren als reiner Rad-Dienstleister angefangen, haben sie heute auch Motorräder und Autos im Einsatz. Andere Betriebe werden geschluckt – wie das Duisburger „Pedalero“, das im DRS-Postservice mit Filialen in 14 Städten aufgegangen ist. „Das reine Fahrradkuriergeschäft ist dabei auszusterben“, befürchtet André Heinz, DRS-Mitarbeiter und Ex-Pedalero. Das verneint Bernd Thoma vom etablierten Bike Syndikat in Köln allerdings energisch: „Die eine Sache ist, sich eine Stammkundschaft aufzubauen, die andere Überzeugungsarbeit bei denen zu leisten, die ein Auto bestellen wollen, obwohl es das Rad auch täte."

 

Dass Minijobber mit eigenem PKW statt mit dem Drahtesel für die Kunden unterwegs sind, befreit den Stadtverkehr nicht von Blechlawinen, Abgasen und Lärm. Das bemängeln die Fundis unter den Radkurieren. Waldemar Mathejczyk sieht den Öko-Gedanken dennoch nicht in Gefahr. „Neue strategische Partnerschaften bedeuten neue Kunden. Es widerspricht sich nicht, das Kerngeschäft per Rad zu erledigen und mit der motorisierten Konkurrenz zu arbeiten.“ Etwa mit den Übernacht-Kurierdiensten. Oder mit der Bahn. „Bahn und Rad – das ist aus ökologischer Sicht sowieso die beste Kombination“, sagt Mathejczyk und verweist auf das erfolgreiche Pilotprojekt mit einem ICKurier-Service in Köln. Die schnellen Züge fahren in alle Zentren, die Fahrradkuriere sorgen für den Hol- und Bring-Service ab Bahnsteig.

 

Die Idee soll jetzt ausgebaut werden. Wunschpartner: die Regionalbahnen. Auch im Marketing haben die Radkuriere noch Schulungsbedarf. Workshops sind in Planung.

 

Mehr Informationen: Waldemar Mathejczyk, RISP, T. 0203/280 9919, mathejczyk@uni-duisburg.de, www.netzwerk-fahrradkuriere.de

 

 

 

Frankfurter Rundschau 05.11.2004

____________________________________________________

 

Eilfracht per Rad und Zug

Kurierdienste kombinieren umweltfreundliche Verkehrsmittel

Von Rainer Jung (Düsseldorf)

 

Die beiden Städte sind nicht unbedingt als Verkehrsmoloch bekannt, die Autofahrer mit Staus und endloser Parkplatzsuche quälen. Doch Volker Radzik ist sicher: Im jeweiligen Zentrum und drum herum kommen zwei Räder schneller ans Ziel als vier. „Bei uns in Bielefeld ist das ganz locker so“, sagt der Chef der Firma flott weg Fahrradkurier, „und drüben in Gütersloh auch.“

 

Radzik muss es wissen. Der Zeitvorteil ist eine wesentliche Größe bei der Kalkulation einer Kurier-Dienstleistung, die Pilotcharakter hat: Seit kurzem kann Eilfracht bis zu acht Kilo Gewicht zwischen den beiden ostwestfälischen Großstädten rasch, ökologisch korrekt und dazu auch noch günstig transportiert werden.

 

Von und zu den Bahnhöfen strampeln Radkuriere der lokalen Firmen flott weg und subito. Die knapp 20 Kilometer dazwischen übernehmen im Zwei-Stunden-Takt die Personenzüge der privaten Nordwestbahn. Was vormittags abgeholt wird, ist am Nachmittag beim Empfänger in der Nachbarstadt. Den Kunden kommt die Rad-Schiene-Kombi etwa 20 Prozent billiger als ein direkter Autotransport, den flott weg auch im Angebot hätte.

 

Die Kooperation ist der bundesweit erste Versuch, die beiden umweltfreundlichsten Beförderungsmittel Fahrrad und Eisenbahn auf kürzeren Strecken zusammenzuspannen: „Bisher“, sagt Radzik, „hat sich das im Regionalen nicht gelohnt“. Grund: Beim IC-Kurierdienst, den die Bielefelder bei Transporten in die Ferne häufiger mal nutzen, fallen relativ hohe Grundgebühren an. Weshalb die klassische Sendung via Eisenbahn erst deutlich jenseits von 100 Kilometern Entfernung attraktiv werde. Die Zusammenarbeit mit der Privatbahn klappe gut, sagt Radzik. Die Sendungen fahren auf ihrer Reise über Land beim Lokführer mit.

 

Als die ersten Lasten-Pedaleure vor gut 15 Jahren anfingen, wurden sie belächelt. Heute sind sie aus deutschen Innenstädten nicht mehr wegzudenken. Der Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) schätzt, dass derzeit etwa 1,5 Prozent aller in Deutschland transportierten Eilsendungen durch die Hände von Radboten gehen. Die legten im Jahr auf Auslieferungstour etwa 17 Millionen Kilometer zurück, was etwa 1,5 Millionen Liter Benzin und Diesel spare. Nicht schlecht für eine Branche, in der schätzungsweise 2400 Fahrer für 120 Unternehmen radeln, Tendenz leicht steigend.

 

Kooperation gefragt

 

Trotzdem raten Fachleute wie Waldemar Mathejczyk vom Duisburger Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) den Öko-Lieferanten, über ihr Kerngeschäft der Direkttransporte in der eigenen Stadt hinaus zu denken: „Überall in der Logistik- und Kurierbranche dominieren die großen Systeme.“ Deshalb sollten auch Radkuriere überregional stärker kooperieren und die „optimale Vernetzung zu anderen Verkehrsträgern suchen“.

 

Oft ist allerdings schon der Austausch innerhalb der Branche nicht so ganz einfach. Neben fast schon mittelständisch geprägten Firmen, die in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln oder Frankfurt jeweils Dutzende Fahrer auf die Straße bringen und mittelgroßen Unternehmen wie flott weg in Bielefeld tummeln sich etliche Kleinstunternehmer im Kuriergewerbe.

 

Um das zu ändern, gibt es in Nordrhein-Westfalen seit einiger Zeit das Netzwerk Fahrradkuriere, organisiert von der Branchenlobby bdf und dem RISP, finanziell gefördert vom Landes-Umweltministerium. Mit Workshops, Broschüren, persönlicher Beratung und einem Internet-Portal fungiert es als Ideenlabor für den Markt der Muskelkraft-Logistik.

 

Derweil entdecken auch andere, wie nützlich Radkuriere sein können – als Werbeträger: Im Sommer bekamen Kurierdienst-Kunden in 13 Städten als Zugabe zu den erwarteten Sendungen einen Trinkjoghurt zugestellt. Marketing-Gag eines Lebensmittelunternehmens, das zuvor einen Radelboten in seine Fernseh-Spots integriert hatte.