Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)
26.08.2003
____________________________________________________
Rad-Kuriere: "Netzwerk" soll Rückenwind bringen
Mehr Aufträge mit Hilfe des Internets - Rückenwind für Duisburgs radelnde Boten: Mit dem Projekt "Netzwerk" können Fahrradkurierdienste aus ganz NRW verstärkt miteinander vernetzt werden.
Ob für Kurier- oder Expresszustellungen: Täglich greifen viele Unternehmen auf die Dienste von Fahrradkurieren zurück. Dennoch ist die Auftragslage nicht immer gut. "Das Argument, dass Fahrradkuriere umweltfreundlich arbeiten, zieht längst nicht immer", erklärt Martin Funke vom Duisburger Fahrradkurierdienst DRS Postservice. Oftmals ist auch der Kontakt zwischen Fahrradkurierdiensten und anderen Logistik-Firmen mangelhaft.
Das wollen der Bundesverband der Fahrradkuriere (bdf) und das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) nun mit dem Netzwerk-Projekt ändern. Laut Gerlinde Althoff vom bdf sollen zunächst verschiedene Fahrradkurierunternehmen in NRW miteinander vernetzt werden. Dies soll vor allem über das Internet geschehen. "Kuriere, Kunden und andere Logistikanbieter können dann miteinander in Kontakt treten", erklärt Althoff. Auf diese Weise würden auch überregionale Transporte möglich.
Waldemar Mathejczyk vom Duisburger Forschungsinstitut RISP setzt bei der Durchführung des Projekts besonders auf die aktive Mitarbeit der Fahrradkuriere. Nachdem in diesem Monat der Startschuss gefallen ist, findet im Oktober nun die erste große Veranstaltung statt, bei der die Kuriere ihre eigenen Erfahrungen und Vorschläge einbringen sollen. "Nur so kann das Projekt funktionieren", meint Mathejczyk.
Martin Funke will die Maßnahmen mit großem Interesse verfolgen. Dass das Netzwerk-Projekt ins Leben gerufen werden konnte, verdanken die Fahrradkuriere auch dem NRW-Umweltministerium. Dieses hat im Rahmen der Agenda 21 finanzielle Unterstützung zugesichert. Romina Gerhards
Verkehrsrundschau-Newsletter
26.08.2003
___________________________________________
Rückenwind für Fahrradkuriere
Bielefeld. Die Fahrradkurieren in Nordrhein-Westfalen wollen sich jetzt vernetzen. Durchgeführt wird das Projekt vom Bundesverband der Fahrradkuriere (bdf) gemeinsam mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP). Das Umweltministerium hat finanzielle Unterstützung zugesagt. Fahrradkurierdienste sollen "als innerstädtische Verkehrsträger von Waren-, Güter- und Postdiensten gefördert und stärker in bestehende Verkehrssysteme verankert werden", heißt es dazu in einer bdf-Mitteilung.
Geplant ist unter anderem der Aufbau eines virtuellen Netzes, über das Kuriere, Kunden und überregionale Logistikanbieter in Kontakt zueinander treten können. Ein einziger Radkurierdienst erspare durch seine Transportleistung der Umwelt durchschnittlich 185 Kg Treibhausgas täglich. Aufs Jahr gesehen summiere sich das zu über 55 Tonnen, heißt es in der Mitteilung. (vr/jk)
KEP Aktuell
26.09.2003
___________________________________________
Geld für Fahrradkuriere
Agenda 21: NRW fördert Kooperation zwischen Radlern und anderen Dienstleistern.
Der Startschuss ist gefallen. Trotz klammer Haushaltslage unterstützt der Land Nordrhein-Westfalen (NRW) finanziell das Projekt zur Vernetzung der nordrhein-westfälischen Fahrradkuriere. Im Rahmen der landesweiten Umsetzung der Agenda 21 sollen jetzt Möglichkeiten erarbeitet werden, nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung sinnvoll zu verknüpfen. Konkret: Fahrradkurierdienste sollen als innerstädtische Verkehrsträger gefördert und stärker in bestehende Verkehrssysteme verankert werden.
„Erklärtes Ziel ist es, sowohl in der Politik wie in der Wirtschaft mehr Aufmerksamkeit für die Fahrradkuriere zu erreichen", bringt Gerlinde Althoff, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Fahrradkurierdienste (BDF), Bielefeld, die Sache auf den Punkt. Der BDF erhielt vom Land den Auftrag, das Projekt zusammen mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) ins Rollen zu bringen. Die rund 30 Fahrradkurierdienste in NRW sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Die erste landesweite Veranstaltung ist für Samstag, den 18. Oktober, in Duisburg geplant, weitere sollen im Monatsrhythmus folgen. „Die Dienste, die wir bis dato schon angesprochen haben, sind hocherfreut und haben meist spontan ihre Mitwirkung zugesagt", freut sich Althoff über die positive Resonanz.
Das Projekt hat drei Phasen. 1. Phase: Vernetzung von Fahrradkurierdiensten untereinander. Dazu Althoff: „Das kann virtuell mit Hilfe einer Website oder real durch andere Logistikanbieter und Verkehrsmittel erfolgen." 2. Phase: Austausch mit anderen Logistikdienstleistern. Althoff: „Fahrradkuriere können durchaus mit anderen Dienstleistern kooperieren, um Güter regional oder überregional zu transportieren." 3. Phase: Entwicklung neuer Kooperationsformen und Dienstleistungen. Althoff: „Es ist immer unser Wunsch gewesen, eine umweltfreundliche, unbürokratische und kostengünstige Lösung für Transporte über weitere Entfernungen anbieten zu können. Früher gab es den Ökourier, der aber im Zuge der Bahnreform auf der Strecke blieb." Jetzt soll sondiert werden, welche Arten von Kooperationen bereits existieren und ob sie ausbaufähig seien. Eventuell biete auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) neue Möglichkeiten.
Da das Land das Projekt nur bis Juli 2004 fördert, wird mit den ersten Ergebnissen wohl schon bald zu rechnen sein. Das Umweltministerium trägt rund 80 Prozent der Kosten, den Rest teilen sich der BDF und RISP. Im Wesentlichen werden von den Geldern zwei Mitarbeiter finanziert, die halbtags das Projekt koordinieren und wissenschaftlich begleiten sollen. Die Unternehmen, die Zeit und Arbeit investieren, erhalten selbst keine Mittel aus dem Fördertopf. Wer sich in das Projekt einbringen will, kann sich unter bdfev@t-online.de melden. (as)
Frankfurter Rundschau
21.10.2003
____________________________________________________
Kurierdienste – Per Fahrrad von Stadt zu Stadt
Duisburg. Fahrradkuriere in Nordrhein-Westfalen transportieren ihre Sendungen künftig auch über die Stadtgrenzen hinaus. „Da können sich Fahrradkuriere zwischen Nachbarstädten wie Bonn und Köln auf halber Strecke treffen und so den Weg teilen," sagt Gerlinde Althoff, Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Fahrradkurierdienste (bdf). Entsprechende Kooperationen seien bei einer landesweiten Tagung in Duisburg beschlossen worden. Längere Strecken wollen die Kuriere mit Straßenbahnen und Zügen überwinden, wie zum Beispiel mit der Rheinbahn oder mit dem IC- und ICE-Kurierdienst der Deutschen Bahn. Am Ziel bringt der lokale Kurierdienst die Fracht zum Kunden. Das Projekt, bei dem nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung verknüpft
werden soll, wird vom Landesumweltministerium gefördert.
Rheinische Post (Duisburg)
21.10.2003
____________________________________________________
Radkuriere setzten auf Ökologie und Logistik
Die Fahrradkurierdienste in Nordrhein-Westfalen planen Kooperationen. Sie wollen zukünftig einen größeren Anteil am Sendungsaufkommen übernehmen und dabei ihre ökologischen Vorteile ins Spiel bringen. Konkret geplant ist die regionale Zusammenarbeit einzelner Radkuriere. Aber auch die Kooperationen mit Overnight-Anbietern und mit der Bahn soll intensiviert werden. Das sind die Ergebnisse der ersten landesweiten Tagung der Fahrradkuriere in Duisburg.
Durchgeführt wird das Projekt vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) e.V. gemeinsam mit dem Duisburger Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e.V. Das Projekt steht im Rahmen der landesweiten Umsetzung zur Agenda 21 in NRW. Die Zielsetzung lautet, nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung sinnvoll zu verknüpfen. Gefördert wird das Projekt bis Juli 2004 durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW als Agenda-21-Netzwerk-Projekt. Fahrradkurierdienste sollen als innerstädtische Verkehrsträger von Waren-, Güter- und Postdiensten gefördert und stärker in bestehende Verkehrssysteme integriert werden. Ziele sind: Vernetzungen von Fahrradkurierdiensten untereinander, Austausch mit anderen Logistikdienstleistern, Entwicklung neuer Kooperationsformen und Dienstleistungen. Bei dem Projekt übernimmt der bdf die Federführung, das Forschungsinstitut die wissenschaftliche Begleitung.
http://www.tour-magazin.de/to/tour_artikel
21.10.2003
______________________________________________________________
Fahrradkuriere sprinten vor
Die Fahrradkurierdienste in NRW planen in Zukunft enger zusammenzuarbeiten und mit Bahn und Overnight-Anbietern zu kooperieren.
Dadurch versprechen sie sich einen größeren Anteil am Sendungsaufkommen im KEP-Markt (Kurier-, Express- und Paketdienstmarkt). Die Zielsetzung lautet, nachhaltiges Wirtschaften mit umweltverträglicher Verkehrsgestaltung sinnvoll zu verknüpfen. Geplant ist unter anderem der Aufbau eines virtuellen Netzes, über das Kuriere, Kunden und überregionale Logistikanbieter in Kontakt zueinander treten können. Im Vordergrund soll aber immer der ökologische Aspekt stehen.
Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW fördert das Projekt von August 2003 bis Juli 2004 als Agenda-21-Netzwerkprojekt. Fahrradkurierdienste sollen als innerstädtische Verkehrsträger von Waren-, Güter und Postdiensten gefördert und stärker in bestehende Verkehrssysteme verankert werden.
Dresdner Neueste Nachrichten
24.10.2003
Link: http://www.dnn-online.de/ratgeber/auto_mobiles/
___________________________________________________
Fahrradkuriere suchen Anschluss an Logistik-Branche
Von Rüdiger Ewald, dpa
Bielefeld (dpa) - Fahrradkuriere sind seit Jahren aus dem Straßenbild der Großstädte nicht mehr wegzudenken. Sie übernehmen Expresszustellungen, erledigen Botenfahrten oder leeren Schließfächer.
«Zweiradlieferant aus Lebensgefühl»: Stolz verweist die Branche darauf, dass sie im Jahr rund 17 Millionen Kilometer zurücklegt und damit der Umwelt die Abgase von etwa 1,5 Millionen Liter Treibstoff erspart.
Weil die elektronische Konkurrenz mit dem Namen E-Mail viele innerstädtische Touren überflüssig macht, müssen die bundesweit rund 100 Radkurierunternehmen in Deutschland inzwischen umdenken.
Doch die Konkurrenz durch E-Mail ist nur die eine Seite der Medaille. Die wachsende Bedeutung des Handels über das World Wide Web ist auch eine Chance für die Radkuriere. Das Ausliefern von Bestellungen, etwa aus Ebay-Auktionen, sehen die schnellen Pedalritter als ihr ideales Arbeitsfeld an.
«Vor Jahren gab es schon mal eine Vernetzung mit der Deutschen Bahn, das ist nach der Privatisierung aber irgendwie eingeschlafen», sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Fahrradkurierdienste, Gerlinde Althoff, in Bielfeld. Die Bahn bietet sich aus Sicht der innerstädtisch unschlagbar beweglichen Transporteure geradezu als Partner an: Die Bahn fährt in alle Zentren, die Fahrradkuriere seien für die Feinverteilung von Waren und Gütern bestens geeignet.
Die Bahn ist also der Wunschpartner der Radkuriere. Der Ruf der Bahn als ökologischer Verkehrsträger passt gut zum eigenen Image. Stolz verweist die Branche, die im Bundesgebiet etwa 2000 Beschäftigte hat, darauf, dass sie im Jahr rund 17 Millionen Kilometer zurücklegt und damit der Umwelt die Abgase von etwa 1,5 Millionen Liter Treibstoff erspart, von einem Beitrag gegen verstopfte Innenstädte ganz zu schweigen.
«Wir müssen uns neue Kundenkreise und neue Märkte erschließen und besser kooperieren», sagt Althoff. Kurierdienste in Bonn und Köln haben bereits angekündigt, ihren Transport von Waren-, Güter und Transportdiensten zu verknüpfen. «Die wollen einen zentralen Übergabepunkt zwischen den Stadtgrenzen einrichten», berichtet Althoff.
Die Dienstleister mit den Rädern setzen jedoch nicht ausschließlich auf das Kriterium «öko»: Auch mit Overnight-Anbietern suchen sie den Kontakt. Bisher haben die motorisierten Transportanbieter die Fahrradkurierdienste als mögliche Partner kaum wahrgenommen.
Deutsche Verkehrszeitung (DVZ)
28.10.2003
_________________________________________________
Fahrradkuriere suchen Anschluss an Logistikbranche
NRW-Regierung gibt Unterstützung
(dpa/ma) Fahrradkuriere sind seit Jahren aus dem Straßenbild der Großstädte nicht mehr wegzudenken. Unter Firmennamen wie Radlast, Doku-Biker oder „flott weg" übernehmen sie Expresszustellungen, erledigen Botenfahrten oder leeren Schließfächer. Weil die elektronische Konkurrenz mit dem Namen E-Mail viele innerstädtische Touren überflüssig macht, müssen die bundesweit rund 100 Radkurierunternehmen in Deutschland inzwischen umdenken.
Doch die Konkurrenz durch E-Mail ist nur die eine Seite der Medaille. Die wachsende Bedeutung des Handels über das World Wide Web ist auch eine Chance für die Radkuriere. Das Ausliefern von Bestellungen, etwa aus Ebay-Auktionen, sehen die schnellen Pedalritter als ihr ideales Arbeitsfeld an.
„Vor Jahren gab es schon mal eine Vernetzung mit der Deutschen Bahn, das ist aber irgendwie eingeschlafen", sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Fahrradkurierdienste, Gerlinde Althoff, in Bielefeld. Die Bahn bietet sich aus Sicht der innerstädtisch unschlagbar beweglichen Transporteure geradezu als Partner an: Die Bahn fährt in alle Zentren; die Fahrradkuriere seien für die Feinverteilung von Waren und Gütern bestens geeignet.
Die Bahn ist also der Wunschpartner der Radkuriere. Der Ruf der Bahn als ökologischer Verkehrsträger passt gut zum eigenen Image. Stolz verweist die Branche, die im Bundesgebiet etwa 2000 Beschäftigte hat, darauf, dass sie im Jahr rund 17 Mio. km zurücklegt und damit der Umwelt die Abgase von etwa 1,5 Mio. l Treibstoff erspart, von einem Beitrag gegen verstopfte Innenstädte ganz zu schweigen.
„Wir müssen uns neue Kundenkreise und neue Märkte erschließen und besser kooperieren", sagt Althoff. Kurierdienste in Bonn und Köln haben bereits angekündigt, ihre Transportdienste zu verknüpfen. „Die wollen einen zentralen Übergabepunkt zwischen den Stadtgrenzen einrichten", berichtet Althoff.
Die Dienstleister mit den Rädern setzen jedoch nicht ausschließlich auf das Kriterium „öko": Auch mit Overnight-Anbietern suchen sie den Kontakt. Bisher haben die motorisierten Transportanbieter die Fahrradkurierdienste als mögliche Partner kaum wahrgenommen.
In Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen die interne Vernetzung und die Anbindung an andere Logistiker forciert werden. Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf sieht das Projekt mit deutlichem Wohlgefallen und fördert es daher auch finanziell.
(DVZ 28.10.2003)
Frankfurter Rundschau
29.10.2003
____________________________________________________
Fahrradkuriere auf der Suche nach neuen Kunden
Bielefeld - Fahrradkuriere sind seit Jahren aus dem Straßenbild der Großstädte nicht mehr wegzudenken. Sie übernehmen Expresszustellungen, erledigen Botenfahrten oder leeren Schließfächer. Weil die elektronische Konkurrenz mit dem Namen E-Mail viele innerstädtische Touren überflüssig macht, müssen die bundesweit rund 100 Radkurierunternehmen in Deutschland inzwischen umdenken.
Doch die Konkurrenz durch E-Mail ist nur die eine Seite der Medaille. Die wachsende Bedeutung des Handels über das World Wide Web ist auch eine Chance für die Radkuriere. Das Ausliefern von Bestellungen, etwa aus Ebay-Auktionen, sehen die schnellen Pedalritter als ihr ideales Arbeitsfeld an.
«Vor Jahren gab es schon mal eine Vernetzung mit der Deutschen Bahn, das ist nach der Privatisierung aber irgendwie eingeschlafen», sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Fahrradkurierdienste, Gerlinde Althoff, in Bielfeld. Die Bahn bietet sich aus Sicht der innerstädtisch unschlagbar beweglichen Transporteure geradezu als Partner an: Die Bahn fährt in alle Zentren, die Fahrradkuriere seien für die Feinverteilung von Waren und Gütern bestens geeignet.
Die Bahn ist also der Wunschpartner der Radkuriere. Der Ruf der Bahn als ökologischer Verkehrsträger passt gut zum eigenen Image. Stolz verweist die Branche, die im Bundesgebiet etwa 2000 Beschäftigte hat, darauf, dass sie im Jahr rund 17 Millionen Kilometer zurücklegt und damit der Umwelt die Abgase von etwa 1,5 Millionen Liter Treibstoff erspart, von einem Beitrag gegen verstopfte Innenstädte ganz zu schweigen.
«Wir müssen uns neue Kundenkreise und neue Märkte erschließen und besser kooperieren», sagt Althoff. Kurierdienste in Bonn und Köln haben bereits angekündigt, ihren Transport von Waren-, Güter und Transportdiensten zu verknüpfen. «Die wollen einen zentralen Übergabepunkt zwischen den Stadtgrenzen einrichten», berichtet Althoff.
Die Dienstleister mit den Rädern setzen jedoch nicht ausschließlich auf das Kriterium «öko»: Auch mit Overnight-Anbietern suchen sie den Kontakt. Bisher haben die motorisierten Transportanbieter die Fahrradkurierdienste als mögliche Partner kaum wahrgenommen.
In Nordrhein-Westfalen sollen die interne Vernetzung und die Anbindung an andere Logistiker forciert werden. Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf sieht das Projekt mit deutlichem Wohlgefallen und fördert es daher auch finanziell.
Die Glocke
01.11.2003
Flott weg radeln im Kundenauftrag
Bielefeld (gl). „Flott weg" strampeln 19 Radler für die gleichnamige Fahrrdkuriere GmbH in Bielefeld. Das Unternehmen ist neben einem Zwei-Mann-Betrieb aus Gütersloh eines von zweien in ganz Ostwestfalen-Lippe, sagt Inhaberin Rita Rohlfing. „Wir fahren alles, was man ungern in die Post gibt. Wenn es sein muss, auch eine Windel."
Diesen Fall hatte sie schon einmal und auch den Transport einer Strumphose. „Da hatte ein Model plötzlich beim Foto-Shooting eine Laufmasche", erzählt sie lachend. Diese Fälle sind aber die große Ausnahme. In der Regel sind es Botenfahrten für Werbeagenturen, Druckereien, Dentallabore, Apotheken und Fotografen. Außerdem wird Post aus Schließfächern zu Firmen gebracht oder eben deren Korrespondenz zum Postamt. „Wir arbeiten Sonderfahrten ab, Sofort-Aufträge binnen einer Stunde", erklärt Rita Rohlfing. Nach ihrer Erfahrung lohnen sich solche Dienste erst in Städten ab 100.000 Einwohnern, deshalb sei die Dichte an Fahrradkurierdiensten in OWL auch so gering. Versuche in Paderborn und Detmold sind nach kurzer Zeit wieder gescheitert.
Seit zwölf Jahren betreibt Rita Rohlfing die Flott Weg Fahrradkurier GmbH in der Straße Am Bahnhof, und ihr macht die Arbeit, zu der sie auf Umwegen gekommen ist, noch immer Spaß. „Ich habe Uhrmacherin gelernt, und irgendwann war ich nicht mehr damit zufrieden, immer nur am Tisch zu sitzen und jeden Samstag arbeiten zu müssen", sagt sie. Samstags ist sie inzwischen zwar auch im Einsatz, aber eben fürs eigene Geschäft. „Ich möchte nicht mehr zurück in ein Angestelltenverhältnis", sagt die Bielefelderin.
Obwohl sie angesichts der Größe ihres Betriebes viel Zeit im Büro verbringt, lässt sich Rita Rohlfing nicht davon abhalten, sich einmal die Woche selbst aufs Fahrrad zu schwingen und Kurierfahrten zu übernehmen. „Die Bewegung war ja schließlich ein Grund, warum ich mit dieser Arbeit angefangen habe. Außerdem ist das gut für den Kundenkontakt und die Akquise", sagt Rohlfing.
Die Glocke
01.11.2003
____________________________________________________
Körperlich fit und geschäftstüchtig muss man sein
Bielefeld (nic). Wer Lust am Fahrradfahren hat, gesund und zuverlässig ist – der kann Fahrradkurier werden. „Das ist kein Ausbildungsberuf. Man braucht nur einen Gewerbeschein und kann loslegen. Der Rest ist Geschäftstüchtigkeit", erklärt Fachfrau Rita Rohlfing die Entwicklung der Fahrradkurierdienste, die seit den 80er Jahren entstanden sind. „80 Prozent der Fahrer haben einen ökologischen Hintergrund. Viele sind Studenten, die nicht zu Ende studiert haben, oder Umsteiger", sagt die Flott-Weg-Chefin. Ihre Kuriere müssen ihre Fahrräder selber mitbringen, aus einem einfachen Grund. „Das Fahrrad muss dem Körper angepasst sein. Sie zu stellen, wäre zu teuer, aber wir ersetzen den Verschleiß." Gearbeitet wird im Schichtsystem, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. „Die meisten Fahrer arbeiten zwischen drei und sechs Stunden am Tag. Wer auf 25 bis 30 Stunden die Woche kommt, fährt wirklich viel", so Rita Rohlfing. Das reiche wirklich, der Job sei körperlich anstrengend, vor allem im Winter.
Die meisten ihrer Kuriere sind zwischen 20 und 40 Jahren alt von Ausnahmen abgesehen. „Die Branche altert ein bisschen", unkt die Bielefelderin und denkt an die lange Zeit, die sie selbst schon dabei ist. Gezahlt wird je nach Vereinbarung als Minijob, auf 400-Euro-Basis oder nach Stundenlohn.
In der Leineweberstadt sitzt übrigens auch der Bundesverband für Fahrradkurierdienste. Der sieht sich angesichts von E-Mails, die manche Kurierfahrt überflüssig machen, vor neue Aufgaben gestellt. „Wir müssen uns neue Kundenkreise und neue Märkte erschließen und besser kooperieren", sagt dessen Vorsitzende Gerlinde Althoff. Ein ideales Arbeitsfeld für die schnellen Pedalritter könnte bei zunehmendem Internet-Handel etwa das Ausliefern von Bestellungen aus Ebay-Auktionen sein.








