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Netzwerk-Pilotprojekt: Fahrradkuriere und IC:Kurier

Kölner Fahrradkuriere können ihren Kunden seit Sommer 2004  einen Zustellservice binnen weniger Stunden in fast ganz Deutschland anbieten. Dafür radeln die Kuriere nicht etwa quer durch die Republik, sondern übergeben die Eilsendungen am Kölner Hauptbahnhof an den ic:kurier-Service von time:matters, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa Cargo AG. Der Zug bringt das eilige Frachtgut an jede der rund 140 ic:kurier Stationen in Deutschland. So ist ein Vertrag, eine Filmkopie, eine vergessene Lesebrille, ein Notebook, ein Ersatzteil oder jede andere eilige Sendung in kurzer Zeit beim Empfänger - z.B. von Köln nach München in nur 4 1/2 Stunden. Umgekehrt liefern die Radkuriere auch am Bahnhof eingehende Sendungen schnellstens bis an den Schreibtisch des Empfängers.
Die 20 Kölner Kurier-Radler haben das Projekt erfolgreich in einem mehrmonatigen Pilotversuch getestet. Nun wird der Service ausgeweitet und zunächst auch in Düsseldorf und Bielefeld eingeführt.

Weitere Infos:www.time-matters.com

 

 

Netzwerk-Pilotprojekt: Fahrradkuriere und Regionalbahn

Zwei Fahrradkurierdienste in Bielefeld und Gütersloh haben in Zusammenarbeit mit der Nordwestbahn (Sitz: Osnabrück) einen Gütertransportservice entwickelt, der die beiden Städte ganz ohne Stau und Abgas miteinander verbindet. Unter dem Motto „Vormittags geholt – nachmittags gebracht“ werden die Sendungen bis zu einer festgelegten Zeit mit dem Fahrrad beim Kunden abgeholt, um dann gesammelt mit der Nordwestbahn in die jeweilige Nachbarstadt verschickt zu werden. 
Die Probephase verlief für alle Beteiligten so zufriedenstellend, dass ein Verlängerungsvertrag unterzeichnet werden konnte. Die bisher zweimal wöchentlich abgewickelten Fahrten werden also auch weiterhin stattfinden, denn es gibt schon regelmäßige Kunden. Natürlich erhoffen sich die beteiligten Unternehmen eine noch regere Inanspruchnahme dieser Transportmöglichkeit ohne Auto und Umweltbelastung. Durch Mehrfachauslieferungen könnte der Preis sogar noch einmal deutlich reduziert werden.
Fahrrad-Bahn-Eildienste sind in erster Linie für Unternehmen konzipiert, die in der Innenstadt ihren Sitz haben. Nicht nur in den Stoßzeiten sind Zweirad-Kuriere schneller als das Auto. Und die Regionalbahn-Kooperation ist preislich jetzt schon  günstiger als eine Autokurier-Direktfahrt zwischen beiden Kernstädten. Ab einer Entfernung von ca. 150 Kilometer ist auch die Rad-ic:kurier-Verbindung (siehe unten) preiswerter als der Kfz-Transport, von den ökologischen Vorteilen einmal abgesehen.

Weitere Infos: www.nordwestbahn.de 

 

 

Kongress „Wirtschaft in Bewegung“ am 11. Oktober 2004 in Dresden      
Die Initiative „Wirtschaft in Bewegung“ zielt darauf, das Fahrrad als  Personenbeförderungsmittel in wirtschaftsnahen Bereichen zu etablieren. Es geht u.a. um Mobilitätsprojekte, bei denen beispielsweise die Belegschaften von Großunternehmen dazu bewegt werden, auf dem Weg zur Arbeit das Fahrrad zu nutzen. Darüber hinaus geht es aber auch um die Förderung des Fahrradverkehrs und Vorschläge für entsprechende verkehrspolitische Weichenstellungen .   

 Der Kongress „Wirtschaft in Bewegung“ am 11. Oktober in Dresden war der dritte seiner Art. Teilnehmer/innen aus „Verkehrsverbänden“ wie beispielsweise ADFC, VCD, ADAC, ACE sowie Expert/innen und  Verantwortliche für verkehrspolitische Fragen auf Bundes-, Landesebene und kommunaler Ebene waren vertreten. Insgesamt nahmen etwa 40 Personen an der Veranstaltung - auf dem Betriebsgelände der Firma Infineon in Dresden - teil.  

 Diskutiert wurde der Stand der Umsetzung des Nationalen Radwegeplans. Es wurde das Mobilitätskonzept von Infineon dargelegt. Außerdem wurde über die nächsten Schritte und zukünftige Perspektiven der Initiative „Wirtschaft in Bewegung“ diskutiert. 

 Aus dem Projekt heraus fand eine Präsentation statt, die das Fahrrad als Beförderungsmittel für Waren- und Güterverkehr im innerstädtischen Bereich darstellte. Der besondere Fokus lag auf den Praxisbeispielen, die in Köln mit dem IC-Kurier durchgeführt wurden sowie der Kooperation zwischen der Regionalbahn Nordwestbahn in Ostwestfalen und den dort ansässigen Fahrradkurieren. Rita Rohlfing und Waldemar Mathejczyk stellten den Entwicklungsstand des Projektes und seine Ausbaumöglichkeiten vor. Der nächste Kongress „Wirtschaft in Bewegung“ soll am 18. April 2005 in Bonn stattfinden. Vorträge sind unter http://www.wirtschaftinbewegung.com/dresden_nachlese.html zu finden. 

Die Präsentation des Fahrradkurier-Netzwerk-Projekts findet man hier .


3. BdKEP-Forum in Kassel-Baunatal am 14. und 15. Mai 2004

Am 14. und 15. Mai fand in der Stadthalle Kassel-Baunatal das inzwischen als Branchentreff offensichtlich gut etablierte 3. BdKEP-Forum statt, ausgerichtet vom Bundesverband der Kurier-, Express-, Paket- und Postdienste unter Leitung seines Vorsitzenden Rudi Pfeiffer.
Neben einer Ausstellung, auf der sich u.a. Anbieter von Fahrzeugen, Branchen-Softwarespezialisten, KEP-Ausrüster, Bildungsanbieter und Overnight-Systeme (GO! und Kep AG) präsentierten, gab es im interessanten Tagungsprogramm Referate und Diskussion rund um die KEP-Branche. Es wurden Perspektiven der Kurierbranche aufgezeigt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Entwicklungen im Briefbereich.
Einige Vorträge waren von durchaus großem Interesse auch für Fahrradkurierunternehmen:
Im Einzelnen zählten vor allem die Beiträge von Horst Manner-Romberg von der Manner-Romberg-Unternehmensberatung. Er gab unter dem Titel „Stadtkuriere zwischen Stagnation und Aufbruch“ ein Schlaglicht der Branche unter besonderer Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von Kurierdiensten wieder.
Auch Professor Berg vom Institut für Logistik und Verkehrsmanagement in München nahm die Perspektiven der Stadtkurierdienste ins Visier. Er spricht sich im Rahmen eines geplanten Forschungsprojektes für eine stärkere Vernetzung zwischen den großen Leistungsanbietern (DHL, TNT, DPD, GLS und UPS) auf der einen Seite und den kleinen und mittleren Unternehmen auf der anderen Seite aus. Sein geplantes Forschungsprojekt, in dem auch der BdKEP sowie auch der Berliner Kurier Messenger eine Rolle spielen sollen, lautet „Horizontale und vertikale Vernetzung“.
Der Rechtsanwalt Axel W. Günther stellte in einem juristischen Fachbeitrag die Entwicklung um das deutsche Postnetz herum dar. Es ging dabei in erster Linie um die postvorbereitenden Dienste (Arbeitsbegriff „Konsolidierung“). Er plädierte vor dem Hintergrund der Diskrepanz des EU-Rechts und des nationalen Rechtes für eine weitere Öffnung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu Gunsten der Kurierbranche.
Diese Beiträge und einige mehr sind unter der Homepage des BdKEP unter http://www.kurier.com einzusehen. Unterlagen zu den Kongress-Beiträgen sind dort als Datei zum Download kostenlos abrufbar: http://www.kurier.com/bdkep/doku/3dforum.html
(Waldemar Mathejczyk, 28.05.2004)

"Wirtschaft in Bewegung - Mit dem Rad zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Schule“ am 13.und 14.05.04 im Hambacher Schloss

Die Tagung fand zum zweiten Mal statt und ist auf die Initiative einiger engagierter Verkehrsplaner zurückzuführen. Die 1. Tagung wurde als gute Mischung mit Kompetenz und Leidenschaft gelobt.

Am Tagungsort, dem Hambacher Schloss, fand vor 172 Jahren eine große Demo statt, die sich gegen die Zersplitterung und Kleinstaaterei wandte. Diese Bewegung gilt als Ursprung der deutsche Demokratie. Das sei nur deshalb erwähnt, weil die vorgestellten Projekte im Einzelnen höchst interessant waren, aber ebenso vereinzelt vor sich hin arbeiten wie die Kleinstaaten vor langer Zeit.

Die ca. 100 Teilnehmer kamen größtenteils aus fahrradnahen Verbänden und bundesweiten Organisationen, die eine ökologische Mobilität fördern. Regionalplaner, kommunale Fahrradbeauftragte, Firmenvertreter, Psychologen, ein Vertreter der WHO und einige andere Interessierte lauschten den ca. 20 Vorträgen.

Verbände, Umweltberater, Firmen und Regionalplaner berichteten, dass sie in den Betrieben und Regionen viele Menschen auf das Rad oder in den öffentlichen Nahverkehr gebracht haben, zum Teil durch intensive Umstrukturierungen wie betriebliche Umbauten, durch das Anlegen neuer Radwege, Internetinfos zu Fahrradthemen oder Erstellung besonderer Fahrradkarten, aber auch mit einfach umzusetzenden Ideen wie Ampelgriffen. Viele der vorgestellten Projekte wollen diese Wege weiter beschreiten und sogar noch ausdehnen. Einige Projekte benötigten dazu keine öffentliche Förderung, weil sie Kosten z.B. bei der Parkraumbewirtschaftung gespart haben.

Ein Vertreter der WHO vermittelte die globale Sicht auf das Thema Mobilität. Die gesundheitlichen Aspekte des Radfahrens sind auch weltweit überzeugend, weil es jedem einzelnen Menschen gut tut und der Gesamtheit eine Vielzahl von gefährlichen Schadstoffen erspart bleibt. Auch die Volkswirtschaft könnte durch vermehrte Nutzung des Fahrrades in vielerlei Hinsicht sparen: es wäre weniger Flächenversiegelung nötig, der Krankenstand würde sich nachweislich verringern, es gäbe weniger Verkehrstote.

Insgesamt war die Tagung eine sehr beeindruckende Darstellung von Möglichkeiten, die zum Wohle von Privatpersonen, Betrieben und Kommunen beitragen können, wenn sich engagierte Menschen einsetzen. Leider fehlt es an vielen entscheidenden Stellen genau an diesen engagierten Menschen. Das zeigt ein Blick auf die nicht ausgeschöpften Mittel, die der nationale Radwegeplan zur Verfügung stellt. Das setzt sich auch auf europäischer Ebene fort, wie der Vertreter der WHO erklärte.

Die Tagungsreihe wird auf jeden Fall fortgesetzt, sie trägt schon jetzt dazu bei, an dieser unglücklichen Situation etwas zu ändern. Die nächste Tagung findet am 11.10.04 in Dresden bei der Firma infineon statt. Infineon war einer der 3 Preisträger, die für eine ökologische orientierte und erfolgreiche Mobilitätsberatung ausgezeichnet wurden.

Das Thema Fahrradkurier wurde nur im Vortrag eines IHK- Vorsitzenden erwähnt, was aber bei der Vielfalt der Themen nicht weiter verwunderlich ist. Zum nächsten Treffen habe ich angeboten, dass wir einen Vortrag zum Thema „Fahrradkuriere und Netzwerk NRW“ halten könnten.

Interessierte können sich unter www.wirtschaftinbewegung.com informieren.

23.04.2004
Neue Studie über den KEP-Markt

Eine neue Studie über „Produktivitäts- und Wachstumseffekte der Kurier-, Express- und Paket-Dienste (KEP) für die arbeitsteilige Wirtschaft“ hat der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. herausgegeben. Durchgeführt wurde sie vom Institut für Verkehrswissenschaft an der Universität Köln in Zusammenarbeit mit KE-CONSULT Wirtschaft- und Verkehrsberatung, Köln, unter Mitwirkung von GfK Marktforschung Division contest census und MRU Manner-Romberg Unternehmensberatung. Die gesamte Studie kann man downloaden unter www.biek.de, die wichtigsten Ergebnisse sind hier zusammengefasst.

Die Studie hat das Ziel, die positiven Auswirkungen der KEP-Branche auf Beschäftigung, Einkommen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland zu ermitteln. Bezugsjahr dafür war 2002.

Kurierdienste werden in dieser Studie definiert durch „permanente Begleitung“ und „individuelle Transportgestaltung“, die diesen Service gegenüber anderen, ähnlichen Servicearten abgrenzen. Diese beiden Merkmale führen zu besonderer Sicherheit innerhalb der Transportkette.

Der gesamte KEP-Markt ist derzeit so strukturiert, dass nur wenige große Anbieter den Löwenanteil des Marktumsatzes erzielen. Während im Eisenbahn- und Straßengüterverkehr das Sendungsaufkommen gesunken ist, sind die Zahlen im KEP- und im Luftverkehr gestiegen. Dabei hat es keinen Preisverfall gegeben.

Bei einer Telefonumfrage KEP-affiner Branchen stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Betriebe zwischen 1 und 10 Sendungen täglich verschickte, jede 10. Firma sogar durchschnittlich 50 Sendungen pro Tag. Höher liegt dieser Anteil in den Branchen Chemie, Maschinenbau und Büromaschinen/EDV. Im Durchschnitt aller Betriebe waren ein Drittel aller Sendungen eilbedürftig. Durch KEP-Versand werden in den auftraggebenden Firmen Abteilungen oder Abläufe positiv beeinflusst, bei denen die Faktoren Zeit und Sicherheit bedeutend sind.

Am wichtigsten war den Auftraggebern Pünktlichkeit, es folgen „sofortige Benachrichtigung bei Verzögerungen“, „gute Erreichbarkeit des Callcenters/der Zentrale“, „Tracking & Tracing“, „Abfrage des Sendestatus“ sowie ein „breites Angebot für eilige Sendungen“. Gefragt sind außerdem „internationales Angebot“, „Übernahme zusätzlicher Serviceleistungen“ und „späte Abholung“.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen gab an, Vorteile durch die Zusammenarbeit mit den KEP-Dienstleistern zu haben, und zwar entweder „Kostenersparnis durch feste Verträge, Sondertarife, Rabatte o.ä.“, außerdem durch die „schnelle Abwicklung“ bzw. optimierte Logistik.

Kosteneinsparungen ergeben sich für die Betriebe in folgenden Bereichen:
Beschaffung
Forschung & Entwicklung
Produktion
Lagerhaltung
Absatz

Vorteile durch die Zusammenarbeit mit KEP-Dienstleistern sehen befragte Kunden in
Schnelligkeit, termingerechter Lieferung 31%
Kundenzufriedenheit und Kundenbindung 14%
Service (24h, Haus-zu-Haus) 14%
Flexibilität 9%
Kosteneinsparung, Preisvorteil 9%
Zeitersparnis 8%
Zuverlässigkeit, Genauigkeit 8%
Sonstige Gründe 13%

Ein Drittel der befragten Unternehmen geht davon aus, KEP-Dienste in den kommenden 3 – 5 Jahren häufiger in Anspruch nehmen zu müssen, und zwar insbesondere der Maschinenbau (63%), Elektronikhersteller (46%) und Versand- und Internethandel (41%). Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen wird die KEP-Nutzung voraussichtlich etwa auf gleichem Niveau bleiben.

Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Branche steigen. Die wichtigsten Stichworte sind hier: Schnelligkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit, Frequenz, weltweites Netzwerk, Haus-zu-Haus-Zustellung.

Für die kommenden Jahre wird ungebrochenes Wachstum der KEP-Branche prognostiziert, die Zahl der Sendungen soll von 1,3 Mrd. in 1995 auf 2 Mrd. in 2007 ansteigen. Der Branchenumsatz soll 2007 bei rund 11,6 Mrd. Euro liegen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 1,8% zwischen 1999 und 2007.

Als wachstumshemmenden Prozess sieht die Studie vor allem die Umwandlung der Wirtschaft in eine Dienstleistungswirtschaft, in der statt materieller Güter vermehrt digitale Leistungen konsumiert werden.

Als wachstumsfördernde Prozesse betrachtet die Studie
die Liberalisierung des Postmarktes
den fortlaufenden Trend zum Outsourcing
Ausbau und Entwicklung des E-Commerce sowie
grenzüberschreitende Verkehre durch Europäisierung.

Als besondere Hemmnisse für die KEP-Leistungsfähigkeit (und damit die gesamte Wirtschaft) benennt die Studie Nachtflugverbote und Behinderungen im Straßenverkehr. Folgen wären Arbeitsplatzabbau und BIP-Verluste. Dass die Branche sich in Form von Staus auf den Autobahnen auch selbst behindern könnte, wurde von den Verfassern der Studie allerdings nicht in Betracht gezogen.

22.04.2004
Was ist eigentlich aus dem Nationalen Radverkehrsplan geworden?

Was ist eigentlich aus dem Nationalen Radverkehrsplan geworden, der vor 2 Jahren noch von Verkehrsminister Bodewig vorgestellt wurde?
Die Umsetzung des Radverkehrsplans gestaltet sich schwierig, vor allem, weil an den entscheidenden Stellen Leute fehlen, die sich um den Radverkehr kümmern – und das, obwohl der immerhin 9% des gesamten Verkehrsaufkommens ausmacht und dieser Anteil gerade durch den Radverkehrsplan weiter steigen soll. So fehlt z.B. im Bundesministerium für Verkehr eine Stabsstelle Radverkehr. Deren Arbeit machen so genannte „Bund-Länder- Arbeitskreise Radverkehr“, die aus Verkehrsplanern, Bürgermeistern, Touristikexperten, Vertretern der Verbände und Mitarbeitern von Bund und Ländern gebildet wurden und die sich inzwischen mehrmals getroffen und beraten haben.
Sie sind nun zu einem einhelligen Schluss gekommen: Der Radverkehr ist ohne Geld nicht zu fördern. Zur Zeit fehlt es aber am Nötigsten, nämlich an finanziellen Mitteln für Öffentlichkeitsarbeit, Personal, Forschungsprojekte oder auch Wettbewerbe, um den Nationalen Radverkehrsplan zu propagieren und voran zu treiben. Ohne Anschubfinanzierung durch den Bund kommt das Projekt also gar nicht so recht in die Startlöcher. Und das, obwohl der Radverkehr eigentlich dafür bekannt ist, dass er für wenig Geld viel Mobilität liefert.
Im Vergleich zum Straßenbau sind die Mittel für die Förderung des Radverkehrs gering. So gibt das Land Nordrhein-Westfalen allein seit 1978 rund 50 Millionen Euro jährlich für Radverkehr aus. Der Bund verdoppelte 2002, also zum Start des Radverkehrsplans, die Fördermittel für den Ausbau der Radwege entlang der Bundesstraßen auf 100 Millionen Euro – also gerade mal doppelt so viwel wie NRW und im Vergleich ein Tropfen auf den heißen Stein.
Auch die Mittel, die von den Kommunen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für den Radwegebau, aber eben auch für Umgehungsstraßen oder Straßenbahnbau angefordert werden können, wurden in den vergangenen Jahren nur zu 10% für Fahrradverkehr ausgegeben.
Aber es bleiben ja noch 8 Jahre Zeit.

Den Nationalen Radverkehrsplan 2002-2012 kann man downloaden unter www.bmvbw.de

20.04.2004
Telefonieren am Lenker ist teurer geworden

Telefonierende Fahrer steuern schlechter als solche mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Dem wird jetzt buchstäblich Rechnung getragen: Seit dem 1. April zahlt, wer ohne Freisprecheinrichtung am Lenker telefonierend erwischt wird, 25 Euro statt vorher 15. Schwacher Trost: Für Autofahrer kostet es jetzt 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. 
 

29.03.2004
Deutsche Städte vernachlässigen Radfahrer

Der Radverkehrsanteil an der Mobilität ist in Deutschland auf 9% gestiegen. Das Fahrrad wird also wichtiger. Das sowie der bedenklich hohe Anteil von Radfahrern unter den Unfallopfern (10%) hat nun den Automobilfahrerclub ADAC dazu bewogen, einen Test der Radverkehrswege in 22 Gemeinden durchzuführen. Das Ergebnis sind schlechte Noten. Ein "sehr gut" erhielt lediglich - na? welche Stadt wohl? - natürlich Münster. Auch Kiel, Krefeld, Hannover und Freiburg schnitten recht gut ab, doch in fast allen anderen Gemeinden monierte der ADAC Lücken im Radwegenetz, fehlende Abstellplätze, mangelnde Sicherheit der Radwege. Besonders unterirdisch: Erfurt, Dresden, Magdeburg.
Insgesamt mahnte der ADAC die Gemeinden, mehr für das Fahrrad zu tun.
Aussagekräftig auch eine Umfrage bei 4400 Rad- und Autofahrern zum Verhältnis dieser beiden Gruppen.
Was Radfahrer am meisten bei Autofahrern ärgert:
die Vorfahrt nehmen und mit zu wenig Abstand überholen (je 44%).
Was Autofahrer am meisten bei Radfahrern ärgert: Fahren ohne Licht (45%) und an Ampeln nach vorn durchschlängeln (40%).
www.adac.de

22.03.2004
Wie ist das Fahrradklima in deutschen Städten?

... haben sich Allgemeiner deutscher Fahrrad-Club (ADFC) und Umweltbundesamt (UBA) gefragt. Bewertet wurden in der von ADFC und BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) durchgeführten Umfrage die Städte in verschiedenen Größenordnungen. Am besten abgeschnitten hat (mal wieder) eine Stadt, in der es seltsamerweise keinen Fahrradkurierdienst gibt: nämlich Münster mit einer Gesamtnote von 1,88. Auch Erlangen und Bocholt dürfen sich "fahrradfreundliche Stadt" nennen. Ganz unten auf der Liste befinden sich Stuttgart, Braunschweig und Wiesbaden.
Wie andere Städte abgeschnitten haben, erfährt man unter www.adfc.de