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Projektbeschreibung

In den Großstädten gehören sie längst zum alltäglichen Bild: Die Fahrradkuriere. Sie erledigen Kurier- und Expresszustellungen, übernehmen Botenfahrten und Schließfachentleerungen, organisieren Sammel- und Ticketauslieferungen. Schnell und flexibel realisieren sie eine innovative Dienstleistung, nämlich spezialisierte Transporte u.a. für Werbeagenturen, Apotheken, Architekturbüros und Versicherungen oder sogar für die Post.

 

Die ökologischen Vorteile von Fahrradkurieren sind bekannt: Sie tragen zur Luftentlastung bei, verursachen keinen Lärm und ihre Leistungen sind sicher, unschlagbar schnell auf kurzen Strecken, klimaschonend und energiesparend. Und tatsächlich gilt das Fahrrad seit langem als das umweltverträglichste Personenbeförderungsmittel schlechthin – durch einen einzigen Fahrradkurierdienst werden im Schnitt 55 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.

 

Doch im Waren- bzw. Gütertransport wird das Fahrrad als ökologisches Transportmittel nicht wahrgenommen und Fahrradkuriere arbeiten noch immer im Schatten des ”boomenden” Marktes von Kurier-, Express-, Paketdienstleistungen(KEP). Die gelten als Wachstumsbranche, Top-Themen in diesem Zusammenhang sind E-Commerce-Auslieferung, kundenorientierter Service und Feinverteilung in Ballungsräumen – Dinge, die Fahrradkuriere problemlos übernehmen könnten.

 

Aber vielfach fehlen „Schnittstellen” zu anderen Branchen im Dienstleistungs- und Logistikgewerbe. Umgekehrt werden Fahrradkuriere von Außenstehenden als möglicher Kooperationspartner nur selten wahrgenommen. Beiderseitige Vorbehalte und Wissensdefizite müssen überwunden werden.

Eine präzisere Marktübersicht könnte den Fahrradkurieren helfen, „neue Märkte“ zu erschließen, damit sie beispielsweise an der Auslieferung von Internetbestellungen partizipieren können. Erfahrungsaustausch und gezielte Qualifizierung dürften außerdem helfen, die Fahrradkurierdienste in einem Wachstumsmarkt zu stabilisieren.

 

Durch eine bessere Vernetzung sollen Fahrradkuriere jetzt gestärkt werden, denn vor dem Hintergrund steigender Luftbelastung und Gütertransporte macht es Sinn, dass Transportleistung und Beschäftigungszahlen dieser umweltfreundlichen Branche steigen.

 

Ziel des Projektes ist die Vernetzung von Fahrradkurierdiensten untereinander sowie die Vernetzung mit anderen Güterverkehrsträgern – und zwar einerseits per Internet und andererseits in der Realität.  Die Fahrradkurierdienste sind jederzeit in das Projekt eingebunden und sollen sich aktiv an der Netzwerkgestaltung beteiligen. Neben den Unternehmen und ihren Mitarbeitern werden auch Experten aus Politik und Wirtschaft einbezogen, um so neue Potentiale nachhaltiger Wirtschaft zu fördern.

Während des Projektes werden Beratung, Workshops, Seminare und Runde Tische angeboten.